Menschen, Medien, Körper und Maschinen. Transhumanistische Perspektiven auf Interaktion, Sprache und Film

Dorothea Horst, Britta Schneider, Sarah Greifenstein (Frankfurt/Oder)

Die aktuellen medialen Gebräuche im digitalen Zeitalter prägen und verändern menschliche Kommunikation, Sprachgebrauch und Wahrnehmung. Die zunehmende Bedeutung von Gehirn-Computer-Schnittstellen und neuen Technologien (z.B. Biotechnologie, Prothetik, sprachgesteuerte Computer) regt zu einer Reflexion über die Sonderstellung des Menschen und seiner Kommunikationspraxis an, so dass post- oder transhumanistische Perspektiven in ganz unterschiedlichen Phänomenen und Debatten aufkommen.
Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine bzw. Medium und die damit verbundenen kulturellen und politischen Transformationsprozesse sind jedoch kein alleiniges Phänomen des digitalen Zeitalters. Vielmehr erinnern sie an vergangene Grenzauflösungen und Neuordnungen durch mediale Umbrüche innerhalb anderer historischer Konstellationen, die sich auch in der Ideen- und Wissensgeschichte widerspiegeln. Das Panel stellt Denkbewegungen und Praktiken ins Zentrum, die transhumanistische Perspektiven aufweisen. Wir fragen, auf welche Weise die Untersuchung historischer oder auch gängiger Sprach-, Kommunikations- und Medienpraktiken sowie ihrer akademischen Reflexion instruierend sein kann, um kulturelle Phänomene, mediale Prozesse und sprachliche Umformungen im digitalen Zeitalter anders oder neu zu konzeptualisieren. Dabei stehen besonders politische Implikationen des alltäglichen Sprach- und Mediengebrauchs im Vordergrund, die, im Sinne Rancières, im Bereich der Ästhetik und eines geteilten Sinnlichen ansetzen. Als Konsequenz zeigt sich, dass menschliches Handeln nicht allein aus der Aktivität eines rationalen Individuums zu erklären ist, sondern immer in Interaktion mit menschlicher und nicht-menschlicher Umwelt geschieht.
Das Panel beschreibt mediale, zwischenleibliche und sprachliche Praktiken als spezifische Ausformungen von Grenzauflösungen und Neu-Ordnungen, die auf dem Bereich des Sinnlichen basieren. Untersucht werden sprachliche und maschinell-mediale Praktiken in Abgrenzung von Cartesianischen Dichotomien von ‚Körper‘ und ‚Geist‘ und individualpsychologischen Ansichten von Subjektivität.

Vorträge

Senden – Empfangen – Entschlüsseln? Zwischenleiblichkeit als Grundlage sozialen Verhaltens und interpersoneller Kommunikation

Dorothea Horst (Frankfurt/Oder)

Sprachideologie = Medienideologie? Distributed Cognition und Konzepte von Sprache in Kulturen von Mündlichkeit und Schriftlichkeit

Britta Schneider (Frankfurt/Oder)

Das Maschinenauge: Von der Avantgarde- und Kinotheorie der 1920er zur Artifical Intelligence

Sarah Greifenstein (Frankfurt/Oder)