Gender zwischen Normativität und Ambiguität

Jennifer Ramme, Bożena Chołuj (Frankfurt/Oder)

Dieses Panel ist Ordnungs- und Differenzierungspraktiken gewidmet, die am Beispiel von Gender und Sexualität aus der Perspektive der Theorie, der empirischen Forschung und der Praxis diskutiert werden. Differenzierungen auf Grund von Gender und Sexualität können Teil einer Grenzziehungspraxis sein und sich als solche verstetigen, oder aber sich in kulturellen Interaktionen verändern und transzendieren. Einerseits gehören (normative) geschlechtliche Differenzierungen und das Identity Bordering zur Alltagspraxis und werden in ihrer Prozesshaftigkeit oft gar nicht mehr wahrgenommen, anderseits zeigt sich im akademischen Raum und außerhalb von ihm eine Vielfalt kultureller Praktiken und Lebensentwürfe. Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt werden immer selbstverständlicher in pluralen, demokratischen Gesellschaften. Die Pluralisierung stellt eine Herausforderung für individuelle Personen und Institutionen dar, weil die sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung sowohl den Respekt vor individuellen Lebensentwürfen und Identitäten verlangt, als auch die Zulassung von Uneindeutigkeit und Flexibilität, was wiederum eine Anerkennung von unterschiedlichen materiell-ästhetischen und symbolischen Ordnungs- und Differenzierungspraktiken voraussetzt. Die Beiträge diskutieren theoretische Perspektiven auf geschlechtliche bzw. queere Grenz- und Ordnungspraktiken und analysieren u.a. die Komplexität intersektionaler Sexueller Bildung, das Spannungsfeld zwischen queerer Praxis und institutioneller Rahmenbedingungen (Einführung der Option ‚divers‘ im Personenstandsgesetz, queerer* Gleichstellungspolitik) und Praktiken des B/Ordering von Gender durch feministische Interventionen.

Vorträge

Personenstand: divers. Verschärfung der Norm und/oder queere Subversion?

Antke Engel (Berlin)

Intersektionale Sexuelle Bildung zur Förderung von sexueller Selbstbestimmung

Heinz-Jürgen Voß (Merseburg)

De/Bordering Gender. Begrenzungs- und Entgrenzungspraktiken von Identität in rechtskonservativen und emanzipatorischen Genderpolitiken

Jennifer Ramme (Frankfurt/Oder)