Emotional-affektive Dimensionen von Grenzprozessen

Concha Maria Höfler (Nottingham), Sabine Lehner (Wien)

Das Panel geht von der Feststellung aus, dass Grenzprozesse bei genauerer Beobachtung gleichzeitig sowohl von sichernden als auch verunsichernden Qualitäten geprägt sind. So dienen diverse Grenzziehungen der Herstellung von Sicherheiten durch ihre vermeintliche Eindeutigkeit (beispielsweise der so geschaffenen Zugehörigkeiten) und produzieren dabei gleichzeitig Unsicherheiten für Andere. Hinzu kommt der Befund von Grenzen als komplexen Gefügen (Gerst et al. 2018), die in ihren Überlappungen Eindeutigkeiten erschweren und so weitere Un/Sicherheiten erzeugen, mit denen (auch analytisch) umgegangen werden muss (Banse 2018). Das Spannungsfeld dieser Un/Sicherheiten soll unter dem Gesichtspunkt der Affekte untersucht werden, die einerseits am Anfang von Ordnungs- und Grenzprozessen stehen und andererseits von diesen ausgelöst werden. In der kulturwissenschaftlichen Grenzforschung haben Praktiken sozialer Kategorisierung, die Ordnungsprozessen zugrunde liegen, und ihre Aushandlung bereits einige Aufmerksamkeit erfahren (Hirschauer 2014; Höfler in Vorbereitung). Mit seinem Fokus auf dem Zusammenspiel von Affekten bzw. Emotionen und Ordnungs- bzw. Grenzprozessen fragt das Panel, kurz gesagt, also nicht vornehmlich nach dem „Wie“ sozialer Grenzaushandlungen, sondern rückt ihre affektiven Begründungen und Effekte, sowie die Emotionalität von Grenzerfahrungen in den Vordergrund (Relaño Pastor 2014).

Vorträge

Affects and emotions of un/certain boundaries

Concha Maria Höfler (Nottingham)

“I came home and I cried”: Emotional labour and everyday geopolitics in healthcare settings

Kathryn Cassidy (Newcastle-upon-Tyne)

The emotional dimensions of the “borderization” in the split villages of Tskhinvali Region/South Ossetia

Nika Loladze (Tblisi)